Geschichtliches

Warum gibt es in Schmalkalden den Herrscheklas und das Christkind

Die Stadtchronistin Bärbel Bierstädt wurde hierzu befragt und weiß folgendes zu berichten. Vorfahren von Frau Bierstädt waren bereits 1535 in Schmalkalden ansässig und haben so manchen Brauch von Generation zu Generation weiter gegeben.

Herrsche = herrschend
Klas = Abkürzung für Klaus und in diesem Fall für den heiligen Nikolaus

Die Schmalkalder sind evangelisch und dachten sich den Herrscheklas aus. Dieser kam immer am ersten Mittwoch im Advent zu den Kindern und brachte Nüsse, Äpfel und Süßes. So wurde der Abstand zu den Katholiken gehalten; hier kam der heilige Nikolaus immer am 6. Dezember.

Martin Luther ist es auch gewesen, der den Heiligen Christ in Engelsform, aus dem später das Christkind wurde, erfunden hat. Als die Reformation in Schmalkalden Fuß fasste und Luther mit der Reformierung der Kirche auch in unserem Raum offene Türen einrannte, nahmen die Schmalkalder gerne an, was dieser große kämpferische Mann mit seinen wunderbaren Ideen vorschlug.

Der Heilige Christ kam in Form eines großen Engels, der sich im Verlauf der Jahrzehnte dann verkleinerte und mit süßen blonden Locken als Christkind am Himmel schwebte, stets von einer Engelschar begleitet. Martin Luther verlegte auch die Bescherung für die Kinder weg vom 6. Dezember auf die frühen Morgenstunden des 25. Dezember.

Das Christkind hat übrigens nichts mit dem Jesus-Kind zu tun, denn es ist schließlich ein Engel. Alle Jahre wieder bezog das Christkind in der Vorweihnachtszeit die Türmerstube der Stadtkirche, um dort die Geschenke für die Kinder zu sortieren und zu verpacken. Übrigens: nie hat ein Kind das Christkind zu Gesucht bekommen, nur die Erwachsenen!